Gesundheit, Ernährung & Pflege
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Welpen-Impfung — der Impfplan, einfach erklärt
Welche Impfungen ein Welpe wirklich braucht, wann sie fällig sind und worüber du mit deinem Tierarzt sprechen solltest.

Welpen werden in den ersten Lebensmonaten mehrfach geimpft. Das wirkt am Anfang viel — ist aber medizinisch durchdacht und wichtig. Was wirklich nötig ist, regelt die Ständige Impfkommission (StIKo Vet.) am FLI mit klaren Empfehlungen für Deutschland.
Warum Welpen mehrfach geimpft werden
Welpen bekommen über die Muttermilch Antikörper. Diese maternalen Antikörper schützen wochenlang — und neutralisieren gleichzeitig den Impfstoff. Deshalb muss mehrfach geimpft werden, bis das Immunsystem des Welpen verlässlich selbst reagiert.
Pflichtimpfungen (Core-Impfungen)
Die StIKo Vet. empfiehlt für alle Hunde:
- Staupe (S)
- Hepatitis (H) — eigentlich infektiöse Hepatitis durch Adenovirus.
- Parvovirose (P)
- Tollwut (T) — Pflicht für Reisen, in Deutschland praktisch alle Hunde.
- Leptospirose (L) — empfohlen, jährliche Auffrischung wegen kurzer Wirkdauer.
Diese werden meistens als Kombi-Impfung gegeben (z.B. SHPL).
Impfplan für Welpen
Der typische Plan:
| Alter | Impfung |
|---|---|
| 8 Wochen | SHP + L |
| 12 Wochen | SHP + L + Tollwut |
| 16 Wochen | SHP + L (Abschluss-Grundimmunisierung) |
| 15 Monate | SHP + L + Tollwut (1. Auffrischung) |
Danach Auffrischungen je nach Impfstoff (oft alle 3 Jahre für SHP, jährlich für L).
Hinweis: Ältere Pläne sahen Impfungen mit 6–8, 12, 16 Wochen vor. Die 16-Wochen-Impfung ist heute Standard, weil sie die Schutzlücke schließt, die manche Welpen sonst hätten.
Wahl-Impfungen (Non-Core)
Werden nicht generell empfohlen, sondern bei Risiko:
- Zwingerhusten (Bordetella, Parainfluenza) — bei Hunden, die in Pension, Hundeschule, Hundetagesstätte gehen.
- Borreliose — bei Hunden in Zecken-starken Regionen, umstritten in der Wirksamkeit.
- Leishmaniose — bei Reisen in Mittelmeerländer.
- Babesiose — selten, regional begrenzt.
Frag deine Tierärztin gezielt, was in eurer Lebenssituation sinnvoll ist.
Wann darf der Welpe wohin
Eine häufige Frage: ab wann ist der Welpe „durch"? Realistisch:
- Mit 8 Wochen (1. Impfung): leichte Außenwelt-Kontakte ja — Garten, eigene ruhige Spaziergänge, kein Massenkontakt.
- Mit 12 Wochen (2. Impfung): vorsichtiger Kontakt mit gesunden, geimpften Hunden, Welpenkurs in seriöser Hundeschule.
- Ab 16 Wochen: nahezu Vollkontakt — vorausgesetzt der Hund war in den vorgenannten Wochen sozialisiert.
Wichtig: zu lange Vermeidung schadet der Sozialisierung mehr als das Restrisiko der Erkrankung. Deshalb empfehlen Tierärzte heute oft, nicht „bis 16 Wochen drinnen zu bleiben", sondern kontrolliert nach draußen — saubere Wege, gesunde Welpenkursteilnehmer.
Reise-Themen
Wer mit dem Hund ins EU-Ausland reisen will, braucht:
- EU-Heimtierausweis.
- Mikrochip (vor erster Tollwutimpfung gesetzt).
- Gültige Tollwutimpfung (frühestens 3 Wochen nach Erstimpfung wirksam, also nicht spontan reisen).
- Länderspezifische Anforderungen prüfen (z.B. Bandwurmbehandlung für UK, Irland, Norwegen, Malta, Finnland).
Welpen unter 3 Monaten dürfen aus Tollwutgründen meistens nicht in andere EU-Länder reisen.
Nebenwirkungen
Wie beim Menschen sind leichte Reaktionen möglich:
- Mattigkeit für 24–48 Stunden,
- leichtes Fieber,
- kleine Schwellung an der Impfstelle,
- selten Erbrechen oder Durchfall.
Unerwünschte schwere Reaktionen sind sehr selten. Bei akuter Atemnot, starker Schwellung im Gesicht oder Kollaps sofort Tierarzt — das wäre eine anaphylaktische Reaktion.
Entwurmen
Häufig direkt verbunden:
- 2 Wochen alt (beim Züchter): erste Entwurmung.
- Alle 2 Wochen bis 12. Lebenswoche.
- Danach monatlich bis 6. Lebensmonat.
- Erwachsene Hunde: alle 3 Monate, oder Kotuntersuchung statt routinemäßiger Wurmkur.
Was du nicht tun solltest
- Impfungen ohne Rücksprache komplett auslassen — Parvo und Staupe sind nicht ausgestorben, sie sind in Deutschland nur dank Impfdichte selten geworden.
- Impfen in einer akuten Krankheitsphase. Verschiebe lieber.
- Impfung kurz vor Reise. Mindestens 3 Wochen Vorlauf für Tollwut einplanen.
Realistisch
Impfen ist ein routinemäßiger Termin, der schnell Teil deines Hundealltags wird. Wer die ersten Pläne mit dem Tierarzt sauber abstimmt, hat in den Folgejahren wenig Stress damit.
